SVV - Einfuehrung - Klassifizierung

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Arten der Selbstbeschädigung

Selbstverletzung wird von Favazza (1986) in drei Typen eingeteilt. Schwerwiegende Selbstverstümmelung (eingeschlossen sind Dinge wie Kastration, Amputation
von Gliedmassen, Ausstechen der Augen, etc.) ist sehr selten und normalerweise in Verbindung mit psychotischen Zuständen. Stereotype Selbstverletzung umfasst
Dinge wie rythmisches Kopfschütteln, etc., zu sehen bei autistischen, geistig behinderten und psychotischen Menschen. Die zumeißt vorkommende Form der
Selbstzerstörung, und das Thema dieser Seite, bezeichnet man als oberflächlich oder gemäßigt. Darin eingeschlossen sind Schneiden, Brennen, Kratzen,
"Haut-Rupfen", Harre ausreißen (Trichotillomanie), Knochenbrechen, Schlagen, absichtliches Überbeanspruchen von Verletzungen, das Verhindern des Abheilens
von Wunden, und eigentlich jede andere mögliche Methode, sich selbst Schaden zuzufügen. In den meißten Studien waren die am häufigsten ausgeführten
Schädigungen das Schneiden und hauptsächlich betroffen waren die Handgelenke, Oberarme, und die Innenseiten der Oberschenkel. Viele Leute haben mehrere
Methoden benutzt, aber selbst diese haben ein oder zwei bevorzugte Methoden und Stellen, sich selbst zu schädigen.

Zwanghafte Selbstverletzung

Favazza (1996) zerteilt weiterhin die oberflächliche/gemäßigte Selbstverletzung in drei Ty-pen: zwanghaft, episodisch, und wiederholend. Die zwanghafte Selbstverletzung unterscheidet sich im Charakter von den anderen beiden Typen und ist näher in Verbindung zu bringen mit obsessive-compulsive disorder (OCD).
Zwanghafte Selbstverletzung umfasst Haareausreißen (trichotillomanie), Haut quetschen-kratzen,und übertriebene Kritik, wenn es darum geht, wahrgenommene
Fehler oder Makel in der Haut zu entfernen. Diese Handlungen können auch Teil eines OCD Rrituals mit zwanghaften Gedanken sein; die Person versucht, Spannung abzubauen und schlechten Dingen vorzubeugen indem sie die selbstverletzenden Verhaltenweisen ausübt. Zwanghafte Selbstverletzung hat einen etwas anderen Charakter und unterschiedliche Ursachen als die impulsive (episodischer und wiederholter Typus).

Impulsive Selbstverletzung

Beide, die episodische und die wiederholende Selbstbeschädigung sind impulsive Handlungen, und der Unterschied zwischen den Beiden scheint eine Frage des Ausmaßes zu sein. Episodische Selbstbeschädigung ist selbstverletzendes Verhalten, das dann und wann von Leuten ausgeführt wird, die normalerweise nicht darüber nachdenken und sich selbst nicht als "Selbstverletzer" sehen. Im allgemeinen ist es ein Symtom einer anderen psychischen Störung.

Was als episodische Selbstbeschädigung beginnt, kann sich zur wiederholenden Selbstbeschädigung steigern, von welchem viele Betroffene glauben (Favazza and
Rosenthal, 1993; Kahan and Pattison, 1984; Miller, 1994; unter anderem), daß es als eigenständige Axis I Impuls-Kontroll-Störung klassifiziert werden sollte. Favazza (1997) weißt darauf hin, daß solange, wie die wiederholende Selbstbeschädigung als eigene Kategorie im DSM angesehen wird, sollten Ärzte es als Axis I als 312.3, Impuls-Kontroll Störung, nicht weiter spezifiziert diagnostizieren.

Die wiederholende Selbstbeschädigung ist gekennzeichnet durch eine Tendenz über Selbstverletzung nachzudenken und die Selbsteinschätzung ein SVV-ler zu sein, selbst wenn man es zur Zeit nicht tut (Favazza, 1996). Die episodische Selbstbeschädigung wird wiederholend, wenn das, was ehemals ein Symptom war, zu einem eigenständigen Krankheitsbild wird (was man bestätigt finden kann, indem viele Betroffene die Selbstverletzung als "süchtig machend" beschreiben). Es ist impulsiv in seiner Natur, und wird häufig zu einem Reflexverhalten zu jeglicher Art von Stress, positiv, wie auch negativ. Genau wie Raucher, die zu einer Zigarette greifen, wenn sie gestresst sind, greifen wiederholende "Selbstverletzer" nach einem Feuerzeug oder einer Klinge oder einem Gürtel, wenn die Dinge ihm zuviel werden.

In einer Studie mit BulimikerInnen, die sich selbst verletzen, haben Favaro und Santonastaso (1998), eine statistische Technik benutzt, bekannt als Faktoranalyse, mit dem Versuch, zu unterscheiden, welche Arten der Handlungen zwanghaft sind und welche impulsiv. Sie berichten, daß Erbrechen, schwerwiegendes Nägelknabbern-beißen, und Haareausreißen dem zwanghaften Charakter zuzuordnen sind, wobei Selbstmordversuche, Drogenmißbrauch, Abführmittelmißbrauch, und sich schneiden und verbrennen dem impulsiven Charakter zuzuordnen sind.