SVV - Einfuehrung - weiterfuehrend
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Sollten selbstverletzende Handlungen als verpfuschte oder manipulative Selbstmordversuche angesehen werden?
Favazza (1998) legt ziemlich definitiv fest, dass
... Selbstverstümmelung ist getrennt vom Suizid. Haupt-Berichte haben diesen Unterschied bestätigt. . . grundlegend ist zu verstehen, daß die Person, die wirklich
vorhat, sich das Leben zu nehmen versucht, allen Gefühlen eine Ende setzen will, wohingegen eine Person, die sich selbst verletzt damit erreichen möchte, sich
besser zu fühlen. p. 262.
Obgleich diese Verhaltensweisen manchmal "parasuicid" eingeordnet werden, fanden doch die meißten Forscher heraus, daß der Selbstverletzer im Allgemeinen
als Folge seiner Handlungen nicht beabsichtigt, sich das Leben zu nehmen. "Von Selbstmordversuchen wird berichtet, daß nicht Erleichterung das Ziel der Handlung ist, weniger häufig wiederholt ist, und weniger kommunikative Wichtigkeit besitzt" (van der Kolk et al., 1991). "Patienten mit dem [proposed Deliberate Self-Harm Syndrome] leiden oft unter sozialer Verbannung und, in Verzweiflung, mag es auch zum Suizid führen (Favazza et al, 1989) [im Nachdruck hinzugefügt]. Deswegen, obwohl selbstverletzendes Verhalten keine suizidale Absicht besitzt, kann es doch leicht zur Selbstmord-idee führen oder sogar, wenn ein SSV-ler zu weit geht, zum Selbstmord selber. Herpertz (1995) stellte fest, daß SSV-ler selbst unterscheiden zwischen Selbstverletzungsakten und suizidalen; und Solomon und Farrand (1996) sagen "Obwohl die selbstverletzenden und suizidalen Akte selbst verschwommen scheinen mögen, ihre Bedeutung ist es nicht.
Was trotzdem auftreten mag, ist eine Verbindung zwischen den beiden Akten in dem das eine (Selbstverletzung) eine Alternative zu dem anderen (Suizid)
darstellt, und bevorzugt wird."
Bei einer Überprüfung der Literatur über Selbstverletzung, hat Favazza (1998) erst kürzlich festgestellt, daß die Selbstbeschädigung im Allgemeinen bekannt wurde als eine krankhafte Form der Bewältigung, eine die oft angewendet wird, wenn ein Selbstmord unvermeidlich scheint. Er schreibt, "herkömmlich wurde es trivialisiert ([sensibel] Handgelenk-schneiden), falsch identifiziert (Selbstmordversuch) und einzig als ein Symptom angesehen [der BorderlinePersönlichkeitsstörung]. Weitere Unterstützung für den klar erkennbaren Charakter der Selbstverletzung kommt aus einer Studie über psychiatrische Diagnosen über Selbstverletzung entgegengesetzt zum Versuch, sich das Leben zu nehmen (Ferreira de Castro et al., 1998). Bei Axis I, 14% der SVV-ler wurden mit einer schweren Depression diagnostiziert, im Gegensatz zu 56% der Suizidgefährdeten. Alkoholabhängigkeit wurde bei 16% der SVV-Gruppe diagnostiziert, aber bei 26% der Selbstmordgefährdeten. Nur 2% der SVV-Gruppe waren schizophren; 9% der Selbstmordgefährdeten. Die SVV Gruppe hatte eine höhere Wahrscheinlichkeit zur depressiven Veranlagung (12% gegen 7%) oder wurden diagnostiziert mit einer Anpassungsstörung mit depressiver Verstimmung (24% gegen 6%). Natürlich, der Fakt eines Selbstmordversuchs mag die Depressionsdiagnose beeinflussen.
Diese Studie enthüllte zudem ähnliche Unterschiede in der Axis II Diagnose derer, deren Selbstverletzung zum Suizid führen sollte und derer, die dies nicht zum Ziel hatten, obwohl bei 9% beider Gruppen Borderline vermutet wurde und 0% von Beiden wurden eingestuft, eine "vermeidende Persönlichkeitsstörung" zu haben.
Da waren große Unterschiede zwischen den Prozentzahlen bei anderen Persönlichkeitsstörungen -- abhängig: 13% SVV, 7% der Suizidgefährdeten; schizoid: 2% SVV, 5% Suizidgefährdete; and histrionisch: 22% SVV, 4% Suizidgefährdet. Es scheint dann klar zu sein, daß die, die sich selbst verletzen um sich zu töten und die, die es tun, um die Gegenwart meistern zu können sehr verschiedene psychiatrische Profile besitzen. Informelle Gutachten trugen über das Internet zusammen, dass sich viele derer, die sich selbst verletzen stark bewußt sind über den schmalen Grad, auf dem sie wandern, nehmen es aber auch den Ärzten und Psychologen übel, wenn sie den Fehler machen, ihre Selbstverletzungsakte als Selbstmordversuche anzusehen, anstatt sie als verzweifelte Versuche zu sehen, den Selbstmord zu verhindern, was es eben auch meißtens ist.
Ist Selbstverletzung das Gleiche wie das Münchhausen-Syndrom, oder ähnliche Störungen?
Noch einmal, nein. Einige Nachforschungen wurden darüber gemacht, ob da eine Verbindung zwischen SVV und dem Münchhausen-Syndrom oder ähnlichen Syndromen besteht, aber "ungebildete medizinische Profis" vermischen diese beiden manchmal. Beim SVV versucht die Person, die sich selbst verletzt, unerträglichen emotionalen und physischen Spannungen zu entfliehen; beim Münchhausen-Syndrom sind die zugefügten Verletzungen absichtlich, überlegt und
kalkuliert um spezielle Symtome zu produzieren, die zu einer Einweisung ins Krankenhaus führen. Obwohl manche Menschen, die sich selbst verletzen, einen Krankenhausaufenthalt wünschen, ist es doch meißt in eine psychiatrische Station und nicht auf eine allgemein medizinische Station. Patienten mit dem Münchhausen-Syndrom scheuen auf der anderen Seite zurück vor einer psychiatrischen Behandlung und versuchen eine "normal" mdizinische Behandlung zu bekommen.